Drehbuch

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Der Einfall

Raum: wie vorher

Alles ist wie es war. Aber wir wissen mehr.

Das Publikum, schon strapaziert, kann es nicht erahnen, aber wir spüren es: Es wird etwas passieren! Während

Die Tralau weiter Löcher in die Luft starrt, verdichten sich die Gedanken, Empfindungen und Bilder hinter ihrer Stirn langsam. Noch sitzt sie unbewegt auf ihrem Schemel, aber

Der Kameramann spürt schon das gewisse Kribbeln und erkundet schon mal das Umfeld der geahnten Veränderung äusserst vorsichtig.

Der Komponist, sensibel wie er ist, spürt die sich verändernden Molekühle in ihrer Seele und erwägt einen winzigen Übergang. Natürlich schaut

Der Drehbuchautor sardonisch, er weiss ja alles immer im Voraus und besser. Sein Blick sucht

Die Tralau, die sich langsam, sehr langsam, ein kleines Stück auf ihren Drehhocker dreht und ansonsten unbeweglich gleich geblieben ist. Verändert sich ihr Gesicht? Ja langsam, es kündigt sich an, die Züge, die leer, füllen sich langsamest, im linken Augenlied spiegelt sich die Idee einer Idee. Es wird wärmer im Zimmer.

Der entfernte Freund reibt sich verwundert die Augen, wieso kommt er an dieser Stelle im Drehbuch vor? Draussen sind die typischen Geräusche der amerikanischen Vorstadt um ihn und er liest von der Geburtstunde einer Idee in der tiefsten Norddeutschen Provinz. Lassen wir ihn mit seiner Irritation allein, schliesslich weilt er weit weg und wir beobachten lieber die Gesichtszüge

Der Tralau die sich langsam aber beständig entspannen und straffen. Ja es kommt. Sie wird sichtbar. Sie ist da.

Die Idee steht im Mariannes Gesicht geschrieben und obwohl in dieser Szene unerwartet tatsächlich noch Handlung auftauchen wird sind wir bei dem geistigen Höhepunkt angelangt.

Der Komponist hat jetzt ein dickes Problem. Wenn er voll auf die Kacke haut um diesem geschichtsträchtigen Moment würdig zu betonen, dann ist alles vorbei.

Die Idee entschwindet,

Die Tralau wird enttäuscht aus Klo verschwinden,

Der Kameramann schaut entnervt auf  und

Der Drehbuchautor brüllt rum, er hätte es wohl nur mit Idioten zu tun, die noch nicht mal ein simples Script verstehen könnten. Aber alle diese Katastrophen bleiben einfach im Keime stecken, denn

Der Komponist hat dieses vertrackte Problem sofort erkannt und genauso genial wie diskret beseitigt. Glück gehabt!

Während alle Akteure des Films sich auf das Wunder in den Gesichtszügen

Der Tralau konzentrieren gibt es eine die kleine Panik aufkommen fühlt:

Das Scriptgirl kratzt sich an ihrem süssen Popöchen, das unter dem etwas zu kurzen Dienstkleidungsrock vorwitzig rausschaut. Wenn jetzt die Aufnahme abgebrochen wird?  Nicht auszudenken, wie viel Stunden sie brauchen würde, bis genau dieser kaum beschreibbare Ausdruck wieder auf dem Gesicht

Der Tralau wieder hin zu bekommen ist. Doch

Die Tralau hat ihre Gesichtsverwandlung inzwischen vollzogen, energisch blickend und straff steht sie auf und eilt quer zu dem Raum zu einem Arbeitstisch. Mit dem Rücken zu

Dem Publikum richtet sie ein Papier kurz, holt mit weiter Geste mit dem Stift aus und zeichnet eine kurz Bewegung mit Schwung auf. Ihr Rücken, wir sehen leider nicht mehr als ihre hintere Seite und einen kleinen Zipfel Papier, entspannt sich. Sie hebt das Papier an,

Die Kamera versucht krampfhaft die Zeichnung zu erkennen, natürlich vergebens. Kurz, fast beiläufig betrachtet sie ihr Werk und trägt es aus dem Raum und der zweiten Szene.

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